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12Jul/15

Leide ich an Spinnenphobie ? – Anzeichen und Symptome

Wann spricht man von einer Spinnenphobie?

In diesem Artikel wird erklärt, weshalb bei einem Spinnenphobiker Angst entsteht und die Angstreaktion nicht, wie erwartet, wieder abklingt.

Dabei werden die unterschiedlichen Symptome für eine Spinnenphobie auf einer emotionalen, physischen sowie Verhaltensebene erläutert.

1. Angst als Schutzmechanismus

Angst ist zunächst mal nichts Schlimmes, sondern vielmehr ein Schutzmechanismus,mit dem uns die Natur glücklicherweise ausgestattet hat.

Die instinktiv ausgelöste Angstreaktion kann uns nämlich das Leben retten. Auf potentiell bedrohliche Situationen reagieren wir bzw. unser Gehirn  instinktiv, bevor uns eigentlich “bewusst” wird, was passiert (ist),

So weichen wir einem Auto aus, wenn es uns zu nahe kommt, wenn wir als Fußgänger oder als Fahrradfahrer unterwegs sind und uns das Fahrzeug uns zu nahe kommt.

Möglich ist dies, weil das Gehrin sogenannte Stresshormone ausschüttet. Dadurch erhöht sich der Herzschlag, die Atmung wird schneller und die Muskeln spannen sich an. Kurzum wir werden leistungsfähiger und können die Gefahrensituation meistern.

Soweit, so gut. Die Frage ist nun, wie entsteht die Angst vor einer krabbelnden Spinne im Gehirn bzw. was läuft im Gehirn von Spinnenphobikern diesbezüglich anders ab?

2. Wie entsteht Angst im Gehirn ?

Sieht man eine Spinne, so wird ein Reiz im Sehnerv ausgelöst, der bis in das sogenannte limbische System des Gehirns transportiert wird. Von dort wird diese Information in den Thalamus, der eigentlichen Schaltzentrale des Gehirns, weitergeleitet.

Die erste Information in diesem Teil des Gehirns lautet dann in etwa: “gefährliches fortbewegendes Objekt”. Noch ist diese Information noch gar nicht  in der Großhirnrinde verarbeitet worden und in das Bewusstsein gelangt.

Das Unterbewusstsein hat dennoch über den sogenannten Mandelkern im limbischen System schon längst mit der Entstehung von Angst reagiert. Und damit wird in Sekundenschnelle das körpereigene Programm gegen Angst aktiviert.

Es kommt in der Folge zur Ausschüttung von Stresshormonen. Adrenalin strömt ins Blut. Erhöhter Pulsschlag und Atmung sind die Folge. Der Körper ist auf Flucht oder Kampf vorbereitet worden.

3. Warum reagiert der Spinnenphobiker anders ?

Wenn das Gehirn anfängt die Informationen über das sich gefährlich fortbewegende Objekt zu verarbeiten und das Objekt als Spinne identifiziert, ist der Körper schon längst in Alarmbereitschaft versetzt.

Das Gehirn nimmt nun eine Bewertung der Situation des Objekts aus gespeicherten Erfahrungswerten und Erinnerungen aus der Vergangenheit vor. Es nimmt dann eine Entscheidung vor, ob das Objekt wirklich gefährlich ist oder nicht.

Sollte es keine Gefahr darstellen, so wird eine Entwarnung an den Mandelkern geschickt. Die körperlichen Symptome der Angst(bereitschaft) klingen dann in der Folge ab.

Bei Spinnenphobiker läuft dieser Entwarnungsprozess nicht ab.

Aufgrund negativer Erfahrungen aus der Vergangenheit mit Spinnen oder auch anderen Ursachen kann die Großhirnrinde die Situation nicht als ungefährlich einstufen.

Die Angstreaktion kann nicht gestoppt werden und es kann (im schlimmsten Fall) bis zur Panikattacke kommen.

4. Symptome bei einer Spinnenphobie

Die Symptome, die einen Spinnenphobiker bei einer “Begegnung” mit einer realen Spinne zeigt, sind mit den allgemeinen Symptomen vergleichbar, die bei spezifschen Phobien auftreten.

Unter Spezifischen Phobien versteht man die (intensive und ausgeprägte) Angst vor einer konkreten Situation (Gewitter,Fliegen,Wasser) , oder einem spezifischen Objekt (Spinnen,Hunde,Schlangen) oder eine ganz bestimmten Ort (große Höhen, Fahrstühle, enge Räume).

Die Betroffenen sind sich in der Regel bewusst, dass ihre Angstreaktion übertrieben und rational unbegründet ist.

Die Angst vor Spinnen bzw. die Spinnenphobie äußerst sich in verschiedenen (Lebens)Bereichen und kann sich auf mehreren Wahrnehmungsebenen bemerkbar machen bzw, ausgelöst werden.

Hierauf nachfolgend detaillierter eingegangen wird.

4.1 Subjektive Ebene

Auf der subjektiven Ebene äußerst sich die Furcht vor Spinnen im Denken und Fühlen sowie Reden.

Der Spinnenphobiker malt sich auf dieser Ebene aus, wie unangenehm oder gefährlich eine Begegnung mit einer Spinne für ihn wäre. Er stellt sich vor, dass die Begegnung oder die Berührung mit einer Spinne für ihn unerträglich wäre.

Bereits das Wort “Spinne” oder eine Abbildung einer Spinne kann auf dieser Ebene bereits genügen, um Angst zu erzeugen.

4.2 Verhaltensebene

Auf dieser Ebene versucht man mit allen Mitteln, die Begegnung mit einer Spinne zu vermeiden. Dazu werden alle möglichen Orte gemieden, in denen man Spinnen vermutet, wie der Dachboden, Keller, die Garage oder gar der eigene Garten.

Sollte man wider Erwarten doch auf ein Spinnentier treffen, so setzt entweder ein Fluchtverhalten ein, oder man beauftragt eine Person, die sich in der Nähe befindet, meist der Partner (insofern vorhanden), die Spinne zu entsorgen.

4.3 Physische Ebene

Am heftigsten zeigt sich die Spinnenphobie an körperlichen Reaktionen und Beschwerden.

  • zitternde Hände und/oder Beine
  • trockener Mund
  • Schweißausbruch
  • Atemnot und Hyperventilation
  • Übelkeit sowie Brechreiz
  • Herzklopfen und Herzrasen
  • Unwirklichkeitsgefühl
  • Erstarrung
  • Panikanfälle

Wie stark sich die einzelnen Symptome bemerkbar machen, ist natürlich individuell verschieden. Außerdem zeigt nicht jeder die gleichen Symptome bzw. in der gleichen Ausprägung und Intensität.

5. Zusamennfassung

Wer unter einer Spinnenphobie leidet, reagiert mit übertriebenen starker Angst auf Spinnen.

Diese Angst zeigt sich in verschiedenen Verhaltensebenen im Alltag

  • Vermeidung von Spinnen in Worten und Gedanken
  • Vermeidung von Spinnen an Orten
  • Zum Teil heftige körperliche Reaktionen und Beschwerden